Andrea Heller - balanced through life! Darmgesundheit

Darmerkrankungen sowie die damit verbundenen Leiden nehmen drastisch zu. Aber was führt zu diesen Entzündungen resp. Erkrankungen? Wir konsumieren mit unserer täglichen Nahrung viel zu viel raffinierten Zucker, raffiniertes Mehl, Fleisch- sowie Milchprodukte. Im Anschluss eine Erklärung, wieso uns Weizen- und Milchprodukte nicht gut tun:

Aus der Perspektive der Evolution sind Kuhmilch und Weizen absolute Neulinge auf unserem Esstisch. Erst vor etwa 10’000 bis 12’000 Jahren begannen Menschen vereinzelt die Milch von Tieren zu nutzen. Zudem wurden anfänglich v.a. Schaf- und Ziegenmilch verzehrt, welche aufgrund ihrer Eiweissstruktur für den Menschen verträglicher sind als die Kuhmilch. Das liegt am deutlich niedrigeren Kasein-Gehalt (Eiweissbestandteil der Milch) von Schaf- und Ziegenmilch, denn Kasein ist äusserst schwer verdaulich.

Weizen gibt es als Zuchtform erst seit etwa 500 Jahren als Bestandteil der menschlichen Ernährung. Heute besteht Weizen – für die industriellen Backprozesse perfektioniert – zu 50 Prozent aus dem Klebereiweiss Gluten. Früher waren es gerade mal 5 Prozent.

Zwar leiden nach Getreideverzehr nicht alle unter akuten Beschwerden, doch nehmen chronische Beschwerden der Verdauungsorgane wie Sodbrennen, Bauchschmerzen, Blähungen, Reizdarmsymptome, Durchfall, Verstopfung, Übelkeit, Hämorrhoiden und chronische Darmentzündungen wie Colitis Ulcerosa (chronisch entzündliche Dickdarmerkrankung) und Morbus Crohn (Entzündung der Schleimhautzellen) drastisch zu.

Aufgrund der fehlenden Anpassung unseres Verdauungssystems sind diese Nahrungsmittel eine enorme Last für unseren Organismus.

Kasein und Gluten: Unverträglichkeit ist die Regel

Die meisten Menschen können Kasein (Kuhmilch-Eiweiss) und Gluten aufgrund von fehlenden Enzymen nicht vollständig verwerten. Da unverdaute Peptide (d.h. organische Proteinverbindungen aus mehreren Aminosäuren) im Darm zurückbleiben, kann es v.a. im Dünndarm zu einer chronischen Entzündung und Verkrümmung von Darmzotten kommen.

Bei den unverdauten Peptiden aus der Milch, welche durch die Darmwand in den Organismus eindringen, handelt es sich um opiode Exorphine, welche in Verbindung mit den Opioidrezeptoren im Gehirn eine ähnliche Wirkung im Nervensystem freisetzen wie Morphin.

Noch „berauschender“ sind die Gliadine des Weizens, die zusammen mit den Gluteninen des Eiweissgemisch Gluten bilden. Die Wirkkraft von Gliadinen soll bis zu hundertmal stärker sein als jene von Morphin.

Dieser „Rausch“ verschleiert unsere Sinne nicht wie Drogen, aber es entsteht eine Nahrungmittelsucht. Käse, Milchschokolade, Nudeln und Brot sind die klassischen „Nahrungsmittelsüchte“, die uns ein Wohlgefühl signalisieren, im Grunde aber unsere Sinne betäuben und uns schläfrig machen.

Ausweichmöglichkeiten sind z.B. Ur-Dinkelmehl-Produkte (Ur-Dinkel ist ein Korn, dass noch in seiner ursprünglichen Form belassen wurde) von welchen es mittlerweile diverse Brot- und Pasta-Varianten gibt, wenn man sich nicht in Verzicht üben will. Und auch bei den Milchprodukten ist es heute möglich auf Reis- resp. Mandelmilch sowie Schaf- und Ziegenmilchprodukte auszuweichen, welche viel bekömmlicher für unseren Darm sind und ihn weder entzünden noch verschleimen.